Fauré Quartett

„Wer das Fauré Quartett hört, möchte es wieder hören“
Martha Argerich nach einem Konzert in Karlsruhe
Der Geburtstag des Komponisten Gabriel Fauré jährte sich 1995 - im Jahr der Gründung des Fauré Quartetts - zum 150. Mal. Aus Liebe zu den beiden Klavierquartetten Faurés gab sich das Ensemble dessen Namen. Getroffen haben sich die vier Musiker als Studenten der Karlsruher Musikhochschule, der sie nach wie vor verbunden sind, heute als „Quartet in Residence“, - einer Auszeichnung, die in Karlsruhe seit 30 Jahren nicht vergeben wurde und für ein Klavierquartett ein Novum darstellt.
Heute konzertiert das Fauré Quartett, welches mittlerweile als eines der renommiertesten deutschen Kammermusikensembles gilt, auf den wichtigsten internationalen Podien in London (Wigmore Hall), Berlin (Philharmonie), Amsterdam (Concertgebouw), Frankfurt (Alte Oper), Hamburg (Musikhalle/Laiszhalle), Stuttgart (Liederhalle), Rio de Janeiro (Sala Cecilia Meireles), in Tokio, Paris, Mailand, Genf, Brüssel, etc. Renommierte Festivals engagieren das Quartett, wie das Schleswig-Holstein- Musikfestival, Rheingau-Musik-Festival, Schwetzinger Festspiele, Ludwigsburger Festspiele, Martha Argerich Festival Buenos Aires, Festival de Radio France et Montpellier, Kuhmo Chamber Music Festival, Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, Kissinger Sommer, Festival de l‘Orangerie de Sceaux.
Es trat bereits u. a. in folgenden Ländern auf: Italien, Frankreich, Spanien, Portugal, Holland, Belgien, Schweiz, Luxemburg, England, Norwegen, Finnland und Rumänien sowie in Brasilien, Argentinien, Venezuela, Kolumbien, Bolivien, Peru, Chile, Ecuador, Uruguay und Mexiko. Als gern gesehener Gast in ganz Südamerika bereiste das Fauré Quartett diesen Kontinent 2006 schon zum fünften Mal. Ca. 30 weltweit verschiedene Rundfunk- und Fernsehanstalten strahlten Sendungen über das Quartett, meist Live-Mitschnitte, aus.
Wichtige Impulse bei der musikalischen Arbeit erhielt das Ensemble durch Wolfgang Jahn, Ulf Hoelscher, Fany Solter, Michael Uhde, Eduardo Hubert, Misha Katz und Mikhail Bezverkhny. Das Alban Berg Quartett, von dem es vier Jahre in Köln kontinuierlich betreut wurde, trug maßgeblich zu seiner Entwicklung bei.
Nach dem 2005 erfolgten Plattenvertrag des Fauré Quartetts mit der Deutschen Grammophon wurden zum Mozartjahr die beiden Klavierquartette des Komponisten veröffentlicht.
Im Februar 2008 erschien zudem die neueste CD mit den Klavierquartetten op. 25 und op. 60 von J. Brahms.
Weitere CD-Aufnahmen mit Werken von G. Fauré, A. Dvorak, J. Suk und Th. Kirchner wurden aufgenommen bei ARS MUSICI.(siehe Diskographie)
Des weiteren konnte man das Fauré Quartett 2006 bei Kammermusik-Kursen erleben, z. B. im Rahmen der „Residency“ an der Karlsruher Hochschule für Musik, anlässlich des Bonner Beethoven-Festes sowie während der Südamerika-Tournee in Aracajú (Brasilien) und Quito (Ecuador).
Preise und Auszeichnungen
1997:
1. Preis beim Deutschen Hochschulwettbewerb
1998:
Aufnahme in die Stiftung „Villa Musica“ des Landes Rheinland-Pfalz
1999:
Preis des Deutschen Musikwettbewerbes
Aufnahme in die Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler
Preis der Stadt Karlsruhe
2000:
Preisträger beim Internat. Kammermusikwettbewerb „Premio Trio di Trieste“
Preisträger beim Internat. Kammermusikwettbewerb „Premio Vittorio Gui“ in Florenz
2001:
Allianzpreis der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern
2003:
1. Preis beim Internationalen Kammermusikwettbewerb „Parkhouse Award“
2008:
Kunstpreis des Landes Rheinland-Pfalz
Erika Geldsetzer (Violine)
Erika Geldsetzer aus Betzdorf begann das Violinspiel mit 6 Jahren. Nachdem sie Jungstudentin an der Kölner Musikhochschule bei Prof. Gerhard Peters war, folgten Studien bei Prof. Ulf Hoelscher an der Musikhochschule Karlsruhe und das Post-Graduate Studium an der Royal Academy of Music in London bei Erich Gruenberg. Danach beendete sie ihre Ausbildung bei Prof. Gerhard Schulz in Wien.
Die ehemalige Stipendiatin der Villa Musica besuchte Meisterkurse bei Maria Egelhof, Igor Ozim, Michael Gaiser, Mikhail Bezverkhny, Misha Katz, Jörg Wolfgang Jahn, Wolfgang Güttler, Enrique Santiago, Bernhard Hartog, Wolfram Christ, dem Alban Berg Quartett sowie dem Amadeus Quartett.
Als Solistin bei Konzerten, Rundfunkaufnahmen und CD-Produktionen tritt Erika Geldsetzer regelmässig mit verschiedenen Orchestern auf, u. a. mit dem Rundfunksinfonieorchester des SWR Kaiserslautern, der Philarmonia Romania, dem Landesjugendorchester Rheinland-Pfalz, der Südwestfälischen Philharmonie, dem Tonart Orchester Heidelberg sowie der Capella Classica.
Preise und Auszeichnungen:
1997
1. Preis Wettbewerb des Freundeskreises der Musikhochschule Karlsruhe
1998
Förderpreis Mendelssohnwettbewerb Berlin
1. Preis International Music Competition Cittá di Moncalieri(Turin)
1999
2. Preis Kuhmo International Music Competition(Finnland)
2000-2002
Zweimalige Gewinnerin des Stipendiums des Deutschen Akademischen Austauschdienstes(DAAD)
1995-2000 war sie Mitglied des Jugendorchesters der Europäischen Union(EUYO), ab 1998 als Konzertmeisterin, wo sie unter der Leitung namhafter Dirigenten wie Bernhard Haitink, Mstislav Rostropowitsch, Vladimir Ashkenazy und Sir Colin Davis spielte.
Zusammen mit Nicolaus Chumachenko, Enrique Santiago und Martin Ostertag gründete sie vor einigen Jahren das Streichquartett der Villa Musica, mit dem sie Rundfunk- und CD-Produktionen machte und regelmässig Konzerte im In- und Ausland gibt. Kammermusikpartner sind außerdem Thomas Brandis, Kalle Randalu, Wolfgang Güttler, Ulf Hoelscher, Julia Fischer, Viviane Hagner, die Brüder Paul, Gustav und Benjamin Rivinius sowie Florian und Christian Geldsetzer.
Dirk Mommertz (Klavier)
Dirk Mommertz, geb. 1974 in Mainz, studierte Klavier in Karlsruhe, Paris, Frankfurt und Köln. Seine Lehrer waren Lev Natochenny, Georges Pludermacher, Grigory Gruzman, André Boainain, Francois Frédéric Guy, Fany Solter, Michael Uhde sowie das Alban Berg Quartett, bei dem er vier Jahre lang als Kammermusiker studierte. Als erstes Instrument lernte er Violine.
Dirk Mommertz führte Klavierkonzerte von Brahms, Beethoven, Haydn, Rachmaninow, Grieg, Ravel, Schostakowitsch und Scriabin auf und wurde dabei begleitet u. a. vom BBC National Orchestra of Wales, dem Stuttgarter Kammerorchester und dem JSO Hessen. Es liegt eine Live-Aufnahme des Konzertes von Ravel vor.
Bei seiner intensiven kammermusikalischen Tätigkeit war er außer im Fauré Quartett Partner von Daniel Gaede, Ivry Gitlis, Grigory Gruzman, Jörg Hempel, Wolfgang Güttler, Alexander Michno u.a. Er erhielt insgesamt 28 nationale oder internationale Auszeichnungen, u. a. mit dem Fauré Quartett.
Von 1997-99 war Dirk Mommertz Assistent von Prof. Bernd Asmus für Musiktheorie an der Karlsruher Musikhochschule.
Von 2000 bis 2005 war Dirk Mommertz Lehrbeauftragter für Klavier. 2005 erhielt er den Ruf als Kammermusikprofessor an die Folkwang Musikhochschule in Essen.
Sascha Frömbling (Viola)
Sascha Frömbling, 1974 in México City geboren, studierte zunächst an der Staatlichen Hochschule für Musik Karlsruhe bei Prof. Madeline Prager und Serge Collot. Anschließend folgte das Konzertexamen bei Prof. Hartmut Rohde an der Universität der Künste Berlin, das er 2004 abschloss.
Seine Ausbildung ergänzte er durch die Mitwirkung in verschiedenen Orchestern, die Teilnahme an Meisterkursen bei Matthias Buchholz, Hatto Beyerle, Rainer Moog, Enrique Santiago, Jörg-Wolfgang Jahn, Mikhail Bezverkhny und Misha Katz sowie durch ein Kammermusikstudium beim Alban Berg Quartett an der Musikhochschule Köln.
Seit einigen Jahren ist er regelmäßig als Dozent des Landesjugendorchesters Rheinland-Pfalz und als freiberuflicher Lehrer für Viola und Kammermusik tätig.
Darüber hinaus konzertiert er seit 2006 als Aushilfe mit den Berliner Philharmonikern.
Zu seinen Kammermusikpartnern gehörten in den letzten Jahren neben dem Fauré Quartett auch Martha Argerich, Ivry Gitlis, Viviane Hagner, Julia Fischer, Daniel Müller-Schott, Daniel Gaede und Wolfgang Güttler u. a.
Außerdem tritt er als Solist auf (u. a. William Walton Violakonzert (2006), Max Bruch Doppelkonzert für Viola und Klarinette, Christian Bach Violakonzert, Kurt Atterberg Suite für Viola, Violine und Orchester (2005), Wolfgang Amadeus Mozart „Sinfonia Concertante“ (2003)).
Konstantin Heidrich (Violoncello)
Konstantin Heidrich wurde 1975 in Hamburg geboren und wuchs dort auf. Sein Vater, Peter Heidrich, Geiger und Komponist, war sehr wichtig für seine musikalische Entwicklung. Den ersten Cellounterricht erhielt Konstantin Heidrich mit acht Jahren von Edwin Koch. Als 17jähriger wurde er Jungstudent an der Musikhochschule Lübeck in der Klasse von Thomas Grossenbacher. Nach dem Abitur folgte ein Studium bei Martin Ostertag an der Musikhochschule Karlsruhe. Hier absolvierte er sowohl das Orchesterdiplom als auch das Künstlerische Diplom mit Auszeichnung. Als Student von Frans Helmerson an der Musikhochschule Köln legte er das Konzertexamen im Jahre 2004 ab. Seit 2006 hat Konstantin Heidrich selbst eine Celloklasse an der Musikhochschule Dresden.
Konstantin Heidrich nahm an Meisterkursen von Maria Kliegel, Young Chang Cho, David Geringas und mehrmals an denen von Steven Isserlis teil. Er gewann mehrere Preise beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" und den Ersten Preis beim Hochschulwettbewerb der Kölner Musikhochschule 2002. Als Solist tritt er regelmäßig mit verschiedenen Orchestern auf, so u. a. 2007 mit der Klassik-Philharmonie in der Hamburger Musikhalle. Er war außerdem Solist der Baden-Badener Philharmonie, des Albert-Schweitzer Jugendorchesters, des Landesjugendorchesters Rheinland-Pfalz und der Pharos Soloists, Zypern.
Zu Konstantin Heidrichs eindrucksvollsten Erfahrungen gehören Kammermusikkonzerte an der Seite von Martha Argerich, Ivry Gitlis, Ulf Hoelscher, Daniel Gaede, Levon Chilingirian, Mirijam Contzen, Martin Ostertag, Wolfgang Güttler, Hariolf Schlichtig und Enrique Santiago. Seit 2002 wird er zu den jährlichen "Open Chamber Music"-Treffen des International Musicians´ Seminar in Cornwall eingeladen. Der Kammermusik-Unterricht von Walther Levin, Aurèle Nicolet, Peter Eötvös und Misha Katz war von großer Bedeutung.
Konstantin Heidrich spielt ein Cello von Carlo Antonio Testore von 1755, welches ihm die Familie Park, New York, großzügig als Leihgabe zur Verfügung stellt.