“Orchesterlied und Oper”
Dieser Kurs findet als gemeinschaftlicher Kurs von Frau Susanne Kelling und Herrn Prof. Michael Luig statt.
Orchesterlied als autonom, rein musikalisch gestaltete geistige Szene
Hector Berlioz, Nuits d’ête
Richard Strauss, Orchesterlieder
Gustav Mahler, Des Knaben Wunderhorn
Opernszene als real gestaltete Szene mit ihren speziellen musikalischen und stimmlichen Aspekten.
Wolfgang A. Mozart, Così fan tutte
Engelbert Humperdinck, Hänsel und Gretel
Lied und Oper stehen sich immer als ideale Ergänzungen gegenüber: beim solistisch gestalteten
Opernlied ist der Focus ganz auf die Stimme, ihre Farben, die Textverständlichkeit und die psychologische Durchdringung des Textes gerichtet. Wie weit Mimik und Gestik hier in sparsamer Dosierung eingesetzt werden können und sollen, ist eine weitere Frage, die an die Liedgestaltung als intimer Gesangskunst gerichtet wird. Dass dem Dirigenten hier eine unerhört sensible Begleitaufgabe zufällt, indem er aus der reinen Begleitung einen dialogisierenden Klangteppich entwickelt, der Wort und Sinn des Textes in jedem Moment wissend unterstützt, bedarf eines besonders feinen Zuhörens und eines Mitfühlenden Gestaltens.
Im Gegensatz dazu bedarf es bei der szenischen Realisation einer
Opernszene der impulsgebenden Hand des Dirigenten, um die dialogisierenden Momente auf der Bühne zur dramatischen Einheit zu binden, in Zwischenspielen die Spannung der Szene „in den Graben“ zu führen, weiter zu entwickeln und dann wieder an die Sänger zu geben. Die größere „Al-Fresco-Manier“ hinsichtlich der Klarheit von Text, Charakter und Geste, die in gleicher Weise in der Partitur ihre Entsprechungen findet, gilt es herauszuarbeiten.
Somit steht in dem Kurs der künstlerisch reizvolle Gegensatz von Lied und Oper, der aber für den wissenden Sänger und Dirigenten kein Gegensatz ist. Das Lied ist immer die konzentrierte Überprüfung der eigenen Fähigkeiten, ob das eigene Instrument – sei es Stimme oder die Vorstellung beim Dirigenten – wirklich noch den kleinsten Nuancen gehorcht. Diese Genauigkeit – eingebracht in die Opernszene – wird Sänger und Dirigenten vor einer theatralischen Übertreibung bewahren und auch in der äußerlichen Kunstform der Oper die innere Wahrheit zu entdecken suchen.
Erweitert wird das Programm durch Ouvertüren und orchestrale Zwischenspiele.
Achtung!Dirigier-Kurs:
Der Kurs ist auf 8 aktive Teilnehmer beschränkt. Diese haben sich mit einem Video, auf dem ihre dirigentischen Fähigkeiten ersichtlich sind, vorzustellen, das bis zum 1. März 2012 an die Akademie Montepulciano geschickt sein muss.
Achtung Sänger: Ein Anspruch auf die Teilnahme am Konzert besteht nicht.
Während der Probenwoche wird durch ein Vordirigieren durch das Orchester und die Kursleitung die Teilnahme am Abschlusskonzert entschieden. Ein Anspruch auf die Teilnahme am Konzert besteht nicht!!
Passive Teilnehmer sind möglich.