Kolleg der Künste Montepulciano

Das Kolleg der Künste Montepulciano ist eine Kooperation der sieben Kunst- und Musikhochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen. Es ermöglicht Studierenden und Lehrenden der beteiligten Hochschulen in Montepulciano interdisziplinäres, künstlerisches Arbeiten und Forschen, um neue Zugänge zu den Künsten zu erschließen.

Beteiligt an diesem bundesweit und international einzigartigen, viel beachteten Zusammenschluss des „Kollegs der Künste“ sind die Hochschule für Musik Detmold, die Robert Schumann Hochschule Düsseldorf, die Folkwang Universität der Künste Essen, die Hochschule für Musik und Tanz Köln, die Kunsthochschule für Medien Köln, die Kunstakademie Münster und die Kunstakademie Düsseldorf. Die Teilnahme an Projekten des Kollegs wird als Studienleistung anerkannt.

Aus Montepulciano-Projekten sind eine Reihe das Studium überdauernde Künstlergruppierungen und Ensembles hervorgegangen, die ihren Weg ins Berufsleben finden konnten.

Das Kolleg der Künste Montepulciano wird ermöglicht durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und durch Mittel des DAAD.

Summerlab

Der Kurs bietet die einmalige Möglichkeit, sowohl gezielt im eigenen Fach zu arbeiten, als auch gleichzeitig bei anderen Kunst-Disziplinen zu hospitieren und Inspiration für die eigene künstlerische Praxis zu bekommen. Das SummerLab ist in das weltbekannte Festival »Cantiere Internazionale d’Arte di Montepulciano« eingebettet, welches von dem Komponisten Hans Werner Henze 1976 ins Leben gerufen wurde. Da in diesem Jahr der 100. Geburtstag des 2012 verstorbenen Künstlers begangen wird, steht das SummerLab ganz im Zeichen seines Wirkens: Wir werden uns sowohl mit dem vielfältigen Repertoire wie auch mit Henzes pädagogischem und auch kulturpolitischem Engagement zwischen Deutschland und Italien beschäftigen. Daher sind Studierende mit Bezug zu dieser Thematik herzlich zur Bewerbung aufgerufen.

Students in Residence

Studierende sind eingeladen, im Rahmen eines Aufenthaltes im Palazzo Ricci eine bereits von Hauptfachlehrenden betreute künstlerische oder wissenschaftliche Arbeit weiterzuentwickeln. Der Aufenthalt in Montepulciano erfolgt dabei als selbstständige und eigenverantwortliche Arbeitsphase. Die Residenz dauert eine Woche und soll Studierenden die Möglichkeit geben, an ihrem Vorhaben in Montepulciano konzentriert zu arbeiten oder es zu finalisieren. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf dem Aspekt der Professionalisierung für die Zeit nach dem Studium.

Labor der Künste

Der Palazzo Ricci in Montepulciano, der Stadtraum und Bühnen der Stadt werden zu einem einzigartigen Labor, bei dem das interdisziplinäre Arbeiten Programm ist. Was geschieht, wenn Studierende verschiedener künstlerischer Disziplinen für einen bestimmten Zeitraum aufeinandertreffen, um gemeinsam zu arbeiten und zu forschen? Welche neuen Zugänge zur eigenen Disziplin entstehen durch einen ergebnisoffenen Austausch mit »den Anderen«? Im Anschluss an eine intensive Vorbereitungsphase wird in Montepulciano in interdisziplinären Teams an künstlerischen Fragen gearbeitet, die von den Studierenden gemeinsam entwickelt und von Lehrenden aus unterschiedlichen Disziplinen begleitet werden.

Kammermusikwoche

Bei der Kammermusik dreht sich alles um Kommunikation und Austausch – genau die Prinzipien, die wir im Palazzo Ricci pflegen. Während des Projekts erkunden wir die Musik großer Komponist*innen: Kammermusikwerke werden intensiv studiert, bis zur Konzertreife geprobt und einem internationalen Publikum öffentlich vorgetragen. Das Projekt richtet sich an fortgeschrittene Studierende in den künstlerischen Studiengängen; sowohl Einzel- als auch Ensemblebewerbungen sind möglich.

Erfahrungsberichte aus Kollegprojekten

Irene Tanuwidjaja (Komposition), Joan Tan Jing Wen (Komposition), Hannah Otto (Sopran)

Im Rahmen unserer Residence an der Europäischen Akademie der Künste in Montepulciano hatten wir die Möglichkeit, uns vollständig auf unser gemeinsames Projekt WAS WAHR BLEIBT zu konzentrieren. Diese intensive Arbeitsphase hat es uns erlaubt, als interdisziplinäres Trio eng zusammenzuarbeiten, die Räumlichkeiten der Residence und die besondere Umgebung Montepulcianos für verschiedene Experimente, Proben und technische Tests zu nutzen und das Werk inhaltlich wie gestalterisch weiterzuentwickeln.

WAS WAHR BLEIBT vereint Live-Performance und interaktive Installation. Im Zentrum des Projekts steht die Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit von Erinnerungen und den Spuren, die wir hinterlassen. Die Besucher:innen der Installation werden selbst zu Teilnehmenden: Ihre Silhouetten werden erfasst und auf eine looping Video-Projektion übertragen, wo sie sich mit den Eindrücken vorheriger Besucher:innen verschmelzen. Durch diese kontinuierliche Überlagerung verändern und verzerren sich die visuellen Spuren – eine direkte Reflexion der Fragilität und Wandelbarkeit von Erinnerung. Das Werk wirft die zentrale Frage auf: Kann das, was bleibt, noch als wahr angesehen werden?

Nach der intensiven Arbeitsphase in Montepulciano wurde das Projekt am 4. Juli 2025 im Konzertsaal der HfMT Köln im Rahmen des KOMPASS-Konzerts präsentiert. Die Präsentation ermöglichte es, das Publikum unmittelbar in die Erforschung von Erinnerung, Wahrnehmung und Spuren einzubeziehen und das Werk in seiner interaktiven Dimension erfahrbar zu machen.